Licht beim Pflanzenzüchten: Überblick

Für die Beleuchtung beim Innenanbau von seltenen Pflanzen braucht man meist mehr als nur das reine Leuchtmittel. Falls Natriumdampflampen verwendet werden sollen, benötigt man beispielsweise ein Vorschaltgerät.

Wichtig ist die passende Zusammenstellung aus Leuchtmittel – Lichtfarbe, Reflektor und Vorschaltgerät. Beleuchtungs-Armaturen in verschiedenen Ausführungen stehen außerdem – je nach Professionalitätsgrad und Geldbeutel – zur Auswahl.

Pflanzenlampen – der Überblick

Zur Beleuchtung im Indoor Bereich benutzt man spezielle Pflanzenlampen. Diese sind zum einen teils widerstandsfähiger gegen feuchte Luft, wie man sie in einem Indoor Growing Bereich gewöhnlich vorfindet, und zum anderen eben für den Lichtbedarf der Pflanzen ausgelegt, sprich als Ersatz für Sonnenlicht.

Je nach Pflanze benötigt man dann natürlich andere Lampen. Auch die Wachstumsphase, in der sich die entsprechenden Pflanzen befinden, spielt dabei eine Rolle, denn schließlich ändert sich das Farbspektrum und auch die Intensität (insgesamt und bestimmter Fequenzen) des Sonnenlichts mit den Jahreszeiten bedingt durch die mal höhrere, mal niedrigere Stellung der Sonne am Himmel.

Pflanzenlampen haben meist eine andere Fassungsgröße als normale Glühbirnen für die Zimmerbeleuchtung. Außerdem benötigen konventionelle Leuchtmittel, welche für gewöhnlich Natriumdampflampen (NDL Leuchtmittel) bzw. Metall-Halogen Lampen (MH Leuchtmittel) sind, ein Vorschaltgerät.

Alternativ gibt es heute auch Energiesparlampen, die als Pflanzenlampen benutzt werden können. Diese brauchen normalerweise kein externes Vorschaltgerät und sparen auch noch Strom. In der Anschaffung sind sie freilich (zumindest noch) etwas teurer. Aber schon allein durch die Einsparung des Vorschaltgeräts kann sich das rechnen. Außerdem schwören viele Indoor Grower eher auf die althergebrachten Pflanzlampen – So muss das jeder für sich selbst entscheiden.

Einige Schlagwörter, die ich hier verwende:

Die Details einer Pflanzenlampe

Ambitionierte Züchter verwenden Natriumhochdrucklampen, wegen des speziellen Lichtspektrums und wegen der hohen Lichtausbeute pro Watt. Für die Wachstumsperiode verwendet man Planta-T oder SON-T-Agro Leuchtmittel, deren Licht einen höheren blau-weiß-Anteil enthält. Für die Blütezeit kann man das Leuchtmittel wechseln und verwendet z.B. SON-T-Plus Leuchtmittel die Licht im rot-gelben Spektrum aussenden.

Pro Quadratmeter Anbaufläche hat es sich als günstig erwiesen, 400 Watt Licht bereitzustellen. 600 Watt reichen für 1.5 qm. Auf dieser Fläche können bis zu 40 Pflanzen wachsen und gedeihen.

Zum Zünden von Hochducklampen ist eine spezielle Vorschalteinheit notwendig, die die benötigte sehr hohe Spannung erzeugt. Bei den Industria Armaturen sind diese Einheiten direkt mit dem Reflektor verbunden. Bei den sog. Remote Systemen stellen Vorschalteinheit und Reflektor getrennte Komponenten dar.

Vorteil beim Remote System: Die Vorschalteinheit kann unter den Pflanzen plaziert werden und dient so gleichzeitig als Bodenheizung. Bei Wärmeproblemen kann die Vorschalteinheit auch außerhalb des Zuchtraumes positioniert werden.

Gesteuert wird der Lichtzyklus mit einer Zeitschaltuhr.

Achtung die Lampen produzieren viel Wärme, die über ein geeignetes Belüftungssystem abgeführt werden muß.

 

Allgemeines zum Thema Pflanzen und Licht:

Wie viel und welches Licht wird benötigt?

Das Licht ist für die Pflanzen nebst Wasser, Nährstoffen und Luft das Wichtigste überhaupt. Ohne Licht findet keine Photosynthese statt und die Pflanzen gehen ein.
Für Pflanzen in der Indoorzucht gilt: Je mehr Licht umso höher fällt der Ertrag aus. Für 1m² sollte man im Wuchs mit 20.000 Lumen beleuchten und einer Farbtemperatur von 6500 Kelvin. Etwas weniger geht auch, allerdings muss man dann mit Ertragseinbußen rechnen. Für die Blüte sollte man dann ab 50.000 Lumen pro m² aufwärts beleuchten. 3500 Kelvin sind hierbei ideal. Die Wattzahl hat hiermit nicht viel zu tun. Es kommt auf die Lichtleistung an.
Womit soll man seine Pflanzen also nun am besten beleuchten? Ich stelle mal einige der wichtigsten Leuchtmittel vor:

Natriumdampflampen (NDL):

Natriumdampflampen haben sich in der Vergangenheit am besten bewährt. Sie bei 400W über 50.000 Lumen und ein Optimales Lichtspektrum für die Blüte. Die Pflanzen können das Licht hervorragend umsetzen und gedeihen prächtig.
Leider hat diese Lampe auch einige gravierende Nachteile. Zum einen ist der Stromverbrauch sehr hoch. Wer also einen m² ausleuchten will, zahlt schon mal schnell 30€ im Monat, außerdem sind die Lampen auch in der Anschaffung sehr teuer. Und zum anderen werden die Lampen sehr heiß, was nicht unbedingt nachteilig sein muss, aber in der Regel eine gute Belüftung voraussetzt. Außerdem muss man darauf achten, dass die Pflanzen nicht verbrennen. Man sollte immer einen Abstand von 50cm zur Pflanzenspitze einhalten.
Die Lampen sind ab ca. 85€ in vielen Growshops zu haben. Man sollte auf die Qualität achten, da es schließlich auch eine Frage der Sicherheit ist.

In der neueren Zeit finden sich viele Elektronische Vorschaltgeräte in den Shops. Diese kosten zwar mehr, schonen aber die Leuchtmittel und schalten schneller. Auch die Verkabelung ist meistens incl. und selbst von elektrischen Leihen zu bewerkstelligen.

Leuchtstoffröhren (LSR):

Leuchtstoffröhren sind für die Aufzucht und den Anfang der Vegetationsphase sehr gut geeignet. Kleine Sämlinge mit über 50.000 Lumen zu bestrahlen macht wenig Sinn. Außerdem sind sie sehr billig und verbrauchen wenig Strom. Man muss die Lampen aber so nah wie möglich an die Pflanzen ranbringen und darauf achten, dass die Pflanzen direkt unter den Lampen stehen. Sonst bekommen sie zu wenig Licht.
Für die Blüte sind LSR allerdings denkbar ungeeignet, da sie schlicht weg das falsche Farbspektrum aufweisen und zu wenig Licht produzieren.
Für die Aufzucht empfiehlt sich eine 4er Armatur in der 3 CoolWhite und ein WarmWhite Leuchtmittel eingeschraubt werden. So wird das Farbspektrum vollständiger.

Spezielle ESLs für die Pflanzenzucht:

Hier hat der Markt in den letzten Jahren einige Entwicklungen hervorgebracht. Es handelt sich um spezielle Energiesparlampen mit besonders vielen Windungen und einem für die Blüte angepassten Farbspektrum. Diese Lampen verbrauchen nicht so viel Strom wie NDL’s und werden auch nicht so heiß. Der Nachteil ist, dass sie nicht mehr Lichtleistung bringen als eine NDL bei gleicher Wattzahl. Somit wäre ein Spareffekt auszuschließen, wenn man seine Pflanzen gut beleuchten will. Außerdem kosten die Lampen meist genau so viel wie eine NDL. Die Lampen haben ca. 60 Lumen pro Watt.

Wie viel Strom verbraucht meine Lampe?
Das kann man sich ganz einfach berechnen:

(W x T x 30 x S) / 1000 = G

  • W = Watt
  • T = Zeit die die Lampe am Tag brennt.
  • S = Preis in Euro, den man für 1kw/h bezahlt.
  • G= Summe in Euro die die Lampe monatlich kostet.

Wir empfehlen z.B. die Leuchtmittel von Envirolite die es in 125W und 200W gibt.

Um das noch mal zusammenzufassen: 

Ideal ist eine Kombination aus LSR und NDL. Die LSR sollte man für Keimlinge und Stecklinge, sowie die Ersten Wochen in der Vegetationsphase benutzen, danach ist dringend eine NDL zu verwenden. Alles andere verringert den Ertrag erheblich.

Aus Kostengründen wollen viele nur mit LSR beleuchten. Das geht, wie gesagt, aber der Ertrag fällt wesentlich geringer aus wodurch man dann doch wieder nicht gespart hat.
Und alles andere an Leuchtmittel wie Schwarzlicht, Rotlicht, Baustellenstrahler und sonstiges hat im Growroom nix zu suchen. Damit können die Pflanzen nichts anfangen und werden entweder total mickrig, oder gehen sogar ein.

Es macht viel Sinn etwas mehr in eine vernünftige Beleuchtung zu investieren.

Wenn man das ganze Jahr über in geschlossenen Räumen Pflanzenzucht betreiben möchte, benötigt man vor allem eins: Die richtige Beleuchtung.

 

Beleuchtungsset

Zur Beleuchtung gehört auch für den Amateur-Homegrower mehr als nur eine Birne und ein Lichtschalter. Zunächst einmal muss die korrekte Lampe für die entsprechenden Pflanzen, deren Wachstumszyklus, der Größe des Anbaubereichs etc. gefunden werden. Des weiteren benötigt man den passenden Reflektor und eventuell ein Vorschaltgerät. Was bei vielen Pflanzen auch nicht schaden kann, ist eine bequem höhenverstellbare Aufhängung, damit man das Leuchtmittel immer in den richtigen Abstand zur Pflanze bringen kann.

Kühlung mit Cool Tubes

Gerade beim Anbau auf engem Raum bzw. bei der Kombination hochwachsender Pflanzen mit tiefhängenden Leuchtmitteln stellt sich die Frage der Hitzeentwicklung.

Und zwar zweierlei: Erstens in Form direkter Verbrennungen bzw. Hitzestress für die oberen Teile der Pflanze, indem sie in zu starker Nähe zur Lampe sind oder die gar berühren.
Zweitens in Form der Gesamthitze im Anbaubereich – Gerade beim Anbau in einem Growschrank wird die Wärmeentwicklung der verwendeten Leuchtmittel (v.a. bei NDL Lampen) nicht selten zum Problem, die Luft im Growing Bereich wird zu heiß.

Die Cooltube ist eine elegante Lösung für beide Arten von Hitzeproblemen, außerdem erlaubt sie optimierte Ausnutzung des Be- bzw. Entlüftungssystems.

Die Cool Tube ist eine Glasröhre, in die das Leuchtmittel eingeschraubt wird. Die Röhre ist zu beiden Seiten offen und hat an diesen Stellen einen normierten Durchmesser, meist von 125 mm oder 155 mm. Diese Durchmesser sind wenige Millimeter geringer als die Standard-Luftschlauchdurchmesser von 127 und 160 mm, wodurch sie optimal in die Luftschläuche eingeführt und damit ins Belüftungssystem integriert werden können.

So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch die Luftschläuche wird die verbrauchte Luft aus dem Growraum hindurchgeblasen und dabei auch durch die Cool Tube geleitet, wodurch die darin befindliche Lampe kontinuierlich gekühlt wird und sich kein Hitzestau bilden kann.
So wird dann wiederum erstens die Aussenseite der Cooltube nicht heiß und die Nähe zur Pflanze ist kein so großes Problem mehr. Zweitens wird die Hauptwärmequelle innerhalb des Growraums oder -schranks, z.B. der Homebox direkt gekühlt. Gemeint ist damit natürlich das Leuchtmittel, welches durch den ständigen Luftstrom gar nicht erst Hitze sammeln kann.

Die Cool Tube wird gewöhnlich sogar bereits mit Reflektor geliefert, d.h. eine Seite der Cooltube ist bereits mit einem entsprechend rund gebogenen Reflektor bedeckt, damit auf der anderen Seite gehäuft das Licht abgegeben wird.

Reflektoren in der Pflanzenbeleuchtung

Reflektoren sind in der Pflanzenbeleuchtung ein wichtiger Faktor. Da Pflanzenlampen ihr Licht rundherum abgeben, man aber für gewöhnlich seine Pflanzlampe über dem Grow-Bereicht anbringt, würde man viel zu viel Licht, das ungenutzt nach oben entflieht, verschwenden, wenn man keinen Reflektor benutzen würde, der das Licht gebündelt in die Richtung lenkt, in der die Pflanzen sich befinden.

Diese Reflektoren sind keine einfachen Spiegel sondern sorgen für eine ordentliche Streuung des reflektierten Lichts. Es wird also in die gewünschte Richtung geleitet, dabei aber so gestreut, dass es nicht gehäuft auf einen Punkt trifft, sondern gleichmäßigen Schein gewährleistet. Die Konzentration auf bestimmte Stellen nennt man „Hot Spots“. Wenn an dieser Stelle Pflanzenteile sind, können sie dadurch Schaden nehmen, Verbrennungen erleiden. Man stelle sich nur gebündeltes Licht mit Hilfe einer Lupe oder eines Brennspiegels vor.

Der Hammerschlagreflektor ist ein sehr gängiges und gutes Beispiel. Durch seine Oberfläche (die eben einen gehämmerten Eindruck macht) streut er das reflektierte Lich zwar recht gezielt in eine Richtung, aber streut es genug um „Hot Spots“ zu vermeiden.

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